Pressemeldung Zum Welt-Down-Syndrom-Tag: Für eine inklusive Gesellschaft

190321_PM_Kath. Frauenverbände zum Welt-Down-Syndrom-Tag

Derzeit wird auf politischer Ebene diskutiert, molekulargenetischen Bluttests zur Erkennung von Trisomien in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen (z.B. „Praenatest“) aufzunehmen.

Katholische Frauenverbände begrüßen die derzeitigen interfraktionellen Überlegungen eine Orientierungsdebatte im Deutschen Bundestag zu führen. Wir halten eine deutlich breitere öffentliche Diskussion über die ethische Dimension des geplanten Vorhabens für dringend erforderlich und längst überfällig. Chancen und Risiken der Folgen der Bluttests müssen öffentlich diskutiert werden. Tests  wie der seit 2012 in Deutschland als Eigenleistung erhältliche „Praenatest“ würden – in den Regelleistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen – stärker als bisher eine Maßnahme zur Selektion von Kindern mit und ohne genetische Auffälligkeiten darstellen.

Zudem verstärken entsprechende Angebote den Druck auf schwangere Frauen/werdende Eltern. Andererseits ist dieser nicht-invasive Bluttest mit weniger Risiken für die Schwangere und den Fötus verbunden als eine  Fruchtwasseruntersuchung, mit der später in der Schwangerschaft auf genetische Abweichungen getestet werden kann.

Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang, dass schwangere Frauen/werdende Eltern angemessen  hinsichtlich der Konsequenzen der verschiedenen pränataldiagnostischen Untersuchungen  beraten und bei ihren Entscheidungen unterstützt werden. Dazu gehört auch die Unterstützung der Eltern, wenn sie sich gegen einen Test entscheiden, weil sie ihr Kind in jedem Fall bekommen wollen und eine gute Aufklärung und Vernetzung mit Hilfsorganisationen, die bei einer Behinderung Hilfestellungen bieten.